Was lange währt …
Endlich habe ichs geschafft: Die Bilder meiner Mexikoreise sind online (siehe Link rechts).
Endlich habe ichs geschafft: Die Bilder meiner Mexikoreise sind online (siehe Link rechts).
Nach knapp zweieinhalb Monaten des Nomadendaseins bin ich nun fuer kurze Zeit wieder sesshaft geworden. Da ich in Mérida einen Spanischkurs besuche, habe ich ein kleines Appartement gemietet, mit eigenem Schlafzimmer, eigener Kueche, eigenem Bad und sogar einer kleinen Terrasse. So habe ich im Vergleich zum Hostel meine Privatsphaere und kann tun und lassen, was ich will. Perfekt. Gut, bekanntlich ist ja nichts und niemand perfekt. So habe ich ziemlich dumm dreingekuckt, als ich neulich nach dem Duschen nach meinem Handtuch greifen wollte und mich dabei ganz leicht, aber auch wirklich nur mit einem Bruchteil meines Koerpergewichts (das ja nun wirklich nicht so beachtlich ist) auf dem Lavabo abstuetzte, und sich Letzteres langsam, aber unaufhaltsam von der Wand abloeste und zu Boden sank. Fassungslos starrte ich abwechslungsweise von der Leere an der Wand auf das am Boden ruhende Waschbecken. Doch sogar eine Nichtfachfrau wie ich erkannte, dass wahrscheinlich dasselbe passiert waere, wenn sich eine Fliege auf den Lavaborand gesetzt haette. Ich trocknete mich also ab, zog mich an und suchte Doña Rebecca, die Vermieterin, auf, um ihr von meinem kleinen Missgeschick zu berichten. Sie war voellig ausser sich und erkundigte sich erst tausendmal, ob mir auch nichts passiert sei. Ich versicherte ihr, dass ich unversehrt bin (man stelle sich vor, dass Ding waere mir auf die Fuesse gefallen) und dass auch das Waschbecken noch ganz ist, nur nicht mehr dort, wo es hingehoerte. Doña Rebecca begleitete mich zu meiner Wohnung und sah dort ebenfalls, dass das Waschbecken nicht fachmaennisch montiert worden war und holte sofort den Gaertnerschraegstrichklempner, der mir mein Waschbecken wieder an der Stelle befestigte, an der ich es gerne habe. Er hinterliess eine Riesenschweinerei, war aber so freundlich, mir einen Besen zu leihen, damit ich putzen konnte. Denn das Malheur ereignete sich am selben Tag, an dem ich einzog, und ich hatte noch nicht mal einen Waschlappen.
Ansonsten gefaellt es mir aber sehr gut in meinem kleinen temporaeren Zuhause. Klar, es gibt einige Dinge, die nicht sein muessten, wie zum Beispiel mein Nachbar. Oder besser gesagt sein Hund. Oder besser gesagt, die Duftspuren, die sein Hund hinterlaesst. Der schlaeft jeweils draussen auf der Terrasse. Und da es zurzeit wirklich extrem heiss ist, oeffne ich in der Nacht die Tueren, damit ein bisschen frische Luft reinkommt. Doch neulich bin ich nachts tatsaechlich aufgewacht, weil ich Brechreiz verspuerte … Umso erstaunter war ich, als ich gestern auf die Terrasse trat und es nach Shampoo und Parfum roch. Ja, gut moeglich, dass ich mal laut geflucht habe …
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, als ich wegen der Hitze nicht schlafen konnte, betete ich zu Gott (oder so aehnlich), dass es bittebitte endlich regnen mag. Und tatsaechlich, Donnerstagnachmittag zogen dicke, graue Wolken auf und es begann zu regnen. Ich stand also draussen und genoss die Abkuehlung (von 42.5 auf 28 Grad) und war etwas verwirrt als ich wieder in mein Appartement zurueckkehrte und es dort ebenfalls regnete. Doch so schnell schockiert mich nichts mehr. Ich liess mir meine Freude am Regen nicht nehmen. Schliesslich sind die Beine des Plastiktisches rasch abmontiert und umgekehrt dient die Tischplatte prima als Auffangbecken!!
Mérida - Mérida? War sie da nicht schon?? Jawohl, ich bin wieder am selben Ort, an dem ich schon vor vier Wochen war. Und ja, Schuld daran ist die Schweinegrippe. Nicht, dass ich Angst haette zu reisen, im Gegenteil. Ich denke, wenn man sich an die wichtigsten Vorsichtsmassnahmen haelt (also nach dem Klo Haende waschen, mit Seife), kann einem nicht viel passieren. Die Wahrscheinlichkeit, an der Schweinegrippe zu erkranken, ist verschwindend klein, vergleicht man die Anzahl bestaetigter Grippefaelle (nicht ganz 2900) mit der Gesamtbevoelkerung Mexikos (ca. 109 Mio.!!). Fuer mich also kein Grund, in Panik auszubrechen. Es ist allerdings so, dass zurzeit viele Sehenswuerdigkeiten geschlossen bleiben und oeffentliche Anlaesse gestrichen werden, was das Reisen etwas weniger interessant gestaltet. Ausserdem weiss man nie, wie sich die Lage entwickelt. Deshalb habe ich mich entschieden, nach Guadalajara nach Mérida zurueckzukehren, um einen Spanischkurs zu besuchen. Wie man aus meinem Bericht ueber Mérida sicher herauslesen konnte, hat mir die Stadt ziemlich gut gefallen. Ein weiterer Pluspunkt: Sie blieb von der Influenza bisher verschont. Wahrscheinlich ist es den Erregern hier zu heiss …
Was im Moment ziemlich sicher am meisten krankt, ist die Tourismusbranche. Hotels sind so gut wie leer und auf den Strassen trifft man kaum Touristen an. Hoffen wir, dass sich die Lage schnell wieder beruhigt!
Guadalajara - Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Die letzten beiden Wochen habe ich im Exil in der Karibik verbracht und mich sozusagen vor der Schweinegrippe versteckt. Nach anfaenglicher Panikmache ist hierzulande allerdings wieder etwas Ruhe eingekehrt. Mittlerweile schafft es die Grippe nicht mal mehr auf die Frontseiten der Tageszeitungen. Wobei man sagen muss, dass die Berichterstattung wieder mal eine journalistische Glanzleistung war, aber das ist ein anderes Thema …
Mich persoenlich haette es ja schlimmer treffen koennen. Als die ersten Faelle bekannt wurden, war ich gerade auf Isla Mujeres, einer wunderschoenen Insel im karibischen Meer unweit von Cancun, dafuer fernab des Grippeinfernos. Dort habe ich zwei flotte deutsche Maedels kennengelernt, mit denen ich die Zeit “ausgestanden” habe. Am Anfang war es schon etwas aergerlich, da man keine Ahnung hatte, wie schlimm die Angelegenheit werden wird. Deshalb beschlossen wir, auf der Insel, die von der Grippewelle bisher verschont blieb, erst mal abzuwarten und Margharitas zu trinken. Was will man sonst machen? Die mexikanischen Behoerden hatten zuerst auch von viel mehr Grippe- und Todesfaellen gesprochen, als es tatsaechlich gab. Die Zahlen wurden spaeter nach unten korrigiert.
Auf Isla Mujeres und spaeter auf Isla Holbox hat man von der Grippe rein gar nichts mitgekriegt. Vorgestern (Donnerstag) flog ich von Cancun nach Guadalajara, weil ich heute zur Hochzeit einer Freundin eingeladen bin. Ich habe mich sicherheitshalber mal mit Gesichtsmasken eingedeckt. Und am Flughafen machen sie Alibikontrollen. Da muss man einen Zettel ausfuellen und ankreuzen, ob man Grippesymptome aufweist. Die Zettel sammeln sie dann ein und … keine Ahnung, was sie damit tun. Aber falls man alle Symptome aufweist, empfehlen sie einem, einen Arzt aufzusuchen und die Reise vielleicht nicht anzutreten. Da fuehlt man sich gleich viel sicherer (!). Im Flugzeug verspruehen sie durch die Klimaanlage eine Art Desinfektionsmittel und versichern einem tausendmal, dass man den Flug ganz entspannt geniessen kann. (Einmal haette gereicht, alles andere ist kontraproduktiv.)
So, das wars zur Grippe. Jetzt wissen alle, dass es mir gut geht.
Wie man wohl gemerkt hat, war ich in letzter Zeit etwas schreibfaul. Mein letzter Eintrag ist vom 11. April - huch, schon wieder fast zwei Wochen vorbei!! Dafuer habe ich wieder einiges gesehen und erlebt!
Nach Palenque gings erst mal weiter nach Campeche, wo ich Ostern verbrachte. Campeche ist ein huebsches und eher kleines Staedtchen am Golf von Mexiko. Tagsueber wirkt es etwas verschlafen, was man den Einwohnern bei Temparaturen von ueber 40 Grad auch nicht veruebeln kann. Auch ich habe regelmaessig meine Siesta gehalten. Das Leben beginnt hier sowieso erst nach Sonnenuntergang. Dann stroemen die Menschen zu Hunderten ins Stadtzentrum, Familien gehen der Strandpromenade entlang, essen Suessigkeiten oder lauschen einem der zahlreichen Livekonzerte. Viel mehr habe ich hier eigentlich auch nicht gemacht. Einmal besuchte ich die Ruinen von Edzna. Doch das Besteigen der Pyramiden ist bei der Hitze schon fast ein masochistisches Erlebnis.
In Campeche hatte es vor allem mexikanische Touristen, die ja Osterferien hatten (Semana Santa). Jesus wurde auch mehrmals durch die Stadt getragen. Ja, katholisch sind sie, die Mexikaner.
Nun aber zu Mérida, meiner bisherigen Lieblingsstadt! Mérida kennt auch vor der groessten Hitze keine Scheu. Hier laeuft immer irgendwo etwas. Livebands spielen Tag und Nacht und jeden Abend finden diverse Folkloreauffuehrungen statt. Die Stadt lebt richtig und ich musste mich zur Abreise regelrecht zwingen!
Rund um Mérida gibts auch enorm viel zu sehen. So habe ich zum Beispiel die Ruinen von Uxmal und natuerlich das Weltwunder Chichen Itza besichtigt. Es ist schon faszinierend, mit welcher Genauigkeit der Kalender der Mayas (der uebrigens 2012 zu Ende geht) funktionierte (oder immer noch funktioniert)!!
Auch die Menschen sind in Mérida nochmals ein Stueck offener und herzlicher. So ganz anders als in der Schweiz. Ueberhaupt sind mir hier - wie man sich vorstellen kann - schon zahlreiche Unterschiede aufgefallen. Aber mehr dazu ein ander Mal! Fotos folgen…
Palenque - Nach San Cristóbal de las Casas machte ich mich auf den Weg nach Palenque, um die Ruinen zu besichtigen. Da die Stadt Palenque selbst nichts Sehenswertes bietet, uebernachtete ich in einem Bungalow mitten im Regenwald! Ist schon toll, nachts im Bett zu liegen und den verschiedenen Geraeuschen zu lauschen. Man hoert diverse Voegel und vor allem Bruellaffen, die ihrem Namen alle Ehre machen!
Das Faszinierende an den Ruinen von Palenque ist unbestritten deren Lage. Da wandert man durch den Dschungel und steht ploetzlich in einer Lichtung mit riesigen Tempeln. Zudem hat es zahlreiche Bauten, die noch nicht mal ausgegraben sind!
Ebenfalls im Regenwald und unweit von Palenque befinden sich die wunderschoenen Wasserfaelle Misol-Ha und Agua Azul, wo man sogar baden kann!
6. April, San Cristóbal de las Casas - Inzwischen habe ich mein kleines Paradies verlassen. In San Agustinillo koennte man die Abreise Tag fuer Tag aufs Neue verschieben. Nach drei Tagen des suessen Nichtstuns nahm ich aber tatsaechlich den Nachtbus nach San Cristóbal de las Casas. San Cristóbal ist eine schoene Stadt, wenn auch sehr touristisch. Wenn man hier aus dem Busbahnhof kommt, warten schon Leute, die einem gleich Unterkunft und Ausfluege verkaufen wollen. Nach einer 12-stuendigen Busfahrt, auf der ich praktisch nicht geschlafen, dafuer aber umso mehr gefroren hatte (habe mir jetzt eine Decke gekauft!), kann das schon ziemlich nerven. Aber im ausgeruhten Zustand sieht vieles anders aus.
Am ersten Tag machte ich einen Ausflug nach San Juan Chamula, was sehr spannend war. Die Einwohner dieses Dorfes gehoeren dem Stamm der Tzotzil an und sind direkte Nachfahren der Maya. Obwohl auch sie von den Spaniern zum Katholizismus bekehrt wurden, haben sie ihren eigenen Glauben und ihre eigene Weltanschauung ueber die Jahre hinweg erfolgreich bewahrt. So sieht die Kirche von Chamula zwar aus wie eine normale Kirche, dient aber gewissermassen als Heilzentrum, in dem Schamanen ihre Rituale durchfuehren. Die Besichtigung der Kirche ist ein sehr eindrueckliches Erlebnis! Der ganze Boden ist mit Tannennadeln ausgelegt und ueberall sitzen Menschen am Boden, die “beten”. Dazu brauchen sie ein Huhn, ein Ei, verschiedene Kerzen und Limonade. Die Limonade hat das traditionelle Getraenk laengst abgeloest, weshalb man hier auch Unmengen von Coca Cola sieht. Als die Coca Cola Company erfuhr, dass die Einwohner von Chamula ihr Getraenk fuer religioese Zwecke verwenden, bat sie ihnen Geld an, um in der Kirche einen Werbespot zu drehen. Coca Cola als heiliges Getraenk sozusagen. Zum Glueck haben sie abgelehnt. Man darf in der Kirche auch nicht fotografieren. Und ueberhaupt darf man die Einwohner von Chamula nicht fotografieren, da sie glauben, dass man ihnen damit die Seele nimmt.
Fuer mich war die Besichtigung dieser Kirche ein schoenes Erlebenis, doch einige Leute fandens unpassend, dass in einer katholischen Kirche solche Rituale toleriert werden … (ich bezweifle allerdings, dass sie um Erlaubnis baten).
Am naechsten Tag machte ich eine rasante Bootsfahrt durch den Cañón del Sumidero, eine bis zu 1000 Meter tiefe Schlucht in der Naehe von Tuxtla Gutiérrez, der Hauptstadt Chiapas. Das machte grossen Spass und war ausserdem sehr eindruecklich. Wir sahen sogar ein Krokodil, Affen und verschiedene Vogelarten!
Nun bin ich noch einen Tag in San Cristóbal, bevor ich mich auf den Weg in den Dschungel mache!
30. Maerz, San Agustinillo - Bevor ich meine Reise in Richtung Chiapas fortsetze, will ich erst noch ein paar Tage am Meer geniessen und das, was ich bisher gesehen und erlebt habe, ein wenig auf mich einwirken lassen. Und dafuer gaebe es wohl keinen besseren Ort als San Agustinillo! San Agustinillo ist ein winziges Dorf (ca. 500 Einwohner) an der Pazifikkueste, in der Naehe von Pochutla. Hier geniesse ich ein paar Tage in einer schoenen Cabaña (mit Haengematte auf der Terasse versteht sich) direkt am Meer!! Der Strand ist traumhaft schoen und so gut wie leer, das Essen hervorragend und es gibt hier nicht viel zu tun. Tja, was soll ich dazu noch sagen. Wie ist eigentlich das Wetter in der Schweiz??
Die Busfahrt von Oaxaca an die Kueste war ebenfalls wunderschoen (mal abgesehen davon, dass die Busse hier auf gefuehlte 10 Grad runtergekuehlt werden und ich meinen Pullover im Gepaeckraum vergessen hatte; ich habe also neun Stunden gefroren). Es war interessant, zu beobachten, wie die Landschaft langsam von alpinem Gebirge zu tropischen Waeldern uebergeht.
Man merkt auch sonst, dass man in den Tropen ist. Es geht hier alles ein bisschen gemaechlicher zu und her. Kommt mir auch gerade recht!
So hat es mich nicht mal gestoert, dass ich mir heute erst mal ein Taxi in den naechst groesseren Ort nehmen musste, um Geld aufzutreiben. In San Agustinillo gibts naemlich keinen Geldautomaten. Das Taxi konnte ich mir aber mit einem irischen Paerchen teilen, das ich auf der Busfahrt kenenlernte und das das gleiche Problem hatte …
28. Maerz, Oaxaca - Es ist schon ein paar Tage her, seit ich etwas geschrieben habe … Inzwischen habe ich Puebla verlassen und bin weiter nach Oaxaca, der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, gereist. Hier bin ich nun seit Montag. Oaxaca ist eine schoene und v. a. sehr lebendige Stadt, die sich zudem bestens als Basisstation fuer Ausfluege in die Umgebung eignet. Es gibt hier z. B. verschiedene wichtige Ausgrabungsstaetten wie Monte Alban oder Mitla.
Neben “Steinhaufen besichtigen” gibt es hier aber noch andere spannende Dinge, die man unternehmen kann. Schliesslich will ich auf meiner Reise auch moeglichst viel ueber Land und Leute erfahren. Es gibt hier in Oaxaca eine tolle Reiseagentur, die auf sanften Tourismus setzt und eng mit verschiedenen Bergdoerfern in Oaxaca zusammenarbeitet. Gemeinsam mit der lokalen Bevoelkerung bietet sie z. B. Wanderungen oder Mountainbiketouren an. So machte ich letzten Donnerstag und Freitag in einer kleinen Gruppe eine zweitaegige Wanderung in der Sierra Norte und war richtig begeistert! Die Landschaft ist atemberaubend und man vergisst voellig, dass man in Mexiko ist! Nur die Agaven mitten im Wald erinnern einen daran. Ausserdem habe ich einen schoenen Einblick in das Leben der einheimischen Bevoelkerung (hier in der Umgebung sind es die Zapoteken) erhalten. Uebernachtet haben wir in gemuetlichen Berghuetten mit Cheminees (auf ueber 3000 Metern ueber Meer wirds auch in Mexiko ziemlich kalt) und verpflegt wurden wir von fuersorglichen zapotekischen Koechinnen, die es sehr gut mit uns meinten! Und das Beste an der Sache ist, dass der Grossteil des Geldes, das man fuer die Reisen bezahlt, direkt in die Doerfer fliesst. Ein tolles Erlebnis, das ich sicher nicht so schnell vergessen werde!
Was ich hier auch sehr schoen finde, ist, wie schnell man mit den Einheimischen in Kontakt kommt. Wenn ich hier mal nichts tun, mich irgendwo hinsetzen und z. B. etwas lesen will, dauert es normalerweise keine fuenf Minuten bis mich jemand anspricht (ohne irgendwelche Absichten muss ich hier hinzufuegen, ist man sich ja in der Schweiz nicht so gewohnt). Heute ist es mir z. B. gleich zweimal passiert, dass mich ein paar junge Mexikaner, die hier einen Englischkurs besuchen, fragten, ob sie sich mit mir ein bisschen unterhalten duerfen, um ihr Englisch zu praktizieren. Als Gegenleistung haben sie sich dann mit mir ein wenig auf Spanisch unterhalten!
Uebrigens habe ich gestern meinen ersten Mezcal (ohne Wurm) sowie Tequila probiert. Gut, vielleicht haette ich nicht beides am selben Abend tun sollen. Der Kopf laesst gruessen …
21. Maerz, Puebla - In Mexico City gaebe es Tausende von Dingen zu sehen oder zu erleben. Ich glaube aber, dass ich in den fast vier Tagen ein ziemlich gutes Gesamtbild ueber die Stadt erhalten habe. Ausserdem steigen einem die Abgase irgendwann zu Kopf und das Atmen faellt zuweilen schwer. Deshalb nahm ich gestern den Bus in die oestlich gelegene Kolonialstadt Puebla. Die knapp zweistuendige Fahrt fuehrt durch eine wunderschoene huegelige Landschaft (Sierra Nevada?) und von Weitem sieht man sogar die schneebedeckten Gipfel der Vulkane Popo und Itza!
Am Busbahnhof von Puebla nehme ich ein Taxi, das mich in den Stadtkern bringt. Der Taxichauffeur ist ausgesprochen freundlich und unterhaelt sich waehrend der gesamten Fahrt mit mir. Er ist etwas verwundert, dass ich hier in Mexiko allein herumreise. Und ob ich keine Angst haette in “Mexico peligroso” (dem gefaehrlichen Mexiko)? Als ich ihm erzaehle, dass ich soeben von Mexiko Stadt komme, faellt er aus allen Wolken. Nie ihm Leben wuerde er dorthin fahren! Und noch weniger will er in die Vereinigten Staaten …
Nach Mexico City ist Puebla geradezu eine Wohltat, obwohl es mit 1.5 Millionen Einwohnern immer noch die fuenftgroesste Stadt Mexikos ist. Die Stadt ist wie aus dem Bilderbuch (zumindest das Stadtzentrum; die Aussenbezirke wohl eher nicht). Man hat hier wirklich das Gefuehl, in der Kolonialzeit gelandet zu sein. Nicht umsonst wurde das historische Zentrum von Puebla ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen!!
Uebrigens hatte ich gestern mein erstes “richtiges” mexikanisches Essen. Was ich gegessen habe? Keine Ahnung, aber es hat geschmeckt!!